Erhebungsmethoden

Genau genommen ist eine Evaluation ein Vergleich zwischen gesetztem Ziel und erreichtem Ergebnis. Auf die kulturellen Institutionen bezogen ist der Begriff weitaus umfangreicher zu verstehen. Es ist zugleich eine Methode und der Überbegriff für mehrere Untersuchungsformen.  

 

Eine breite Methodenpalette aus den empirischen Sozialwissenschaften findet in der Evaluation und Besucherforschung Anwendung. Diese Methoden unterscheiden sich nach Art der gesammelten Daten und nach Zielgruppen.  

 

Die Daten: quantitativ und qualitativ

 

Am häufigsten werden quantitative Methoden eingesetzt. Dabei geht es vor allem darum, eine Variable bzw. die Häufigkeit ihres Auftretens in einer vordefinierten Stichprobe zu messen und zu beziffern. Grundlegend ist, dass genügend Datensätze zusammengetragen werden, so dass eine solide statistische Auswertung durchgeführt werden kann. Dies ist eine Voraussetzung für eine möglichst objektive Ausarbeitung der Aussagen. Instrumente für quantitative Erhebungen sind beispielsweise (teil-)standardisierte Fragebögen – ob schriftlich, mündlich oder online – oder Beobachtungsbögen.  

 

Qualitative Daten werden in kleineren Stückzahlen bearbeitet. Erhoben werden vor allem Informationen, bei denen es nicht zwangsläufig um die Repräsentativität bzw. um die allgemeine Gültigkeit geht, sondern solche, bei denen die Subjektivität der Einzelnennungen wertvolle Erkenntnisse bringen. Instrumente der qualitativen Datenerhebung umfassen zum Beispiel Leitfadengespräche, offene Interviews, Expertengespräche, Fokusgruppen oder Beobachtungen einer kleinen Stichprobe.

Die Zielgruppen 

 

Die Definition der untersuchten Gruppe ist ein wesentlicher methodischer Schritt, von dem auch die Validität der Untersuchung abhängt. Die sorgfältig ausgearbeiteten Einschluss- und Ausschlusskriterien leiten sich von den Untersuchungszielen ab. Diese Kriterien stellen sicher, dass einerseits so wenig strukturelle Verzerrungen wie möglich entstehen, und andererseits dass auch die Repräsentativität der Stichprobe gewährleistet ist. Mit anderen Worten: dass diejenigen, die eine Aussage machen können, auch befragt werden.

 

Je nach Untersuchungsgegenstand werden Besucher oder Nicht-Besucher angesprochen, alle Nutzer einer Einrichtung oder nur eine Teilgruppe davon. Kriterien wie beispielsweise Alter (Kinder, Jugendliche, Erwachsene und/oder Senioren), Begleitung (Individual- oder Gruppenbesucher, Schulklassen), besondere Charakteristika (Abonnenten, Gelegenheitsgäste, Touristen oder Lokalbevölkerung, Fachexperten u.ä.) oder Nutzungsmuster (auf bestimmte besuchte Bereiche beschränkt, nur werktags oder an Wochenenden, Nutzung eines PCs etc.) können zur Festlegung dieser Teilgruppen dienen. Ob die Befragten vorab von der Untersuchung informiert wurden oder nicht, ist ebenso von methodischer Bedeutung.

 

Der Umfang einer Stichprobe ist ebenfalls an die methodischen Anforderungen einer Untersuchung – quantitative Daten erfordern größere Stückzahlen als qualitative – wie auch an die Größe der Zielgruppe geknüpft. Umfasst letztere die passende Anzahl an Individuen werden sie alle in einer Totalerhebung in die Untersuchung eingebunden. Ist die Zielgruppe zu groß, so wird aus ihr eine Stichprobe gebildet und eine Teilerhebung durchgeführt.

 

Diese Stichprobe kann nach einem Quotenverfahren aufgebaut sein, das die schon bekannte Besucherstruktur der Einrichtung widerspiegelt oder das ausgesuchte Charakteristika als Auswahlkriterium festlegt – z.B. genau zur Hälfte Männer und Frauen. Die Zusammenstellung der Stichprobe kann allerdings auch nach dem Zufallsprinzip erfolgen. In diesem Fall wird eine Regel vorab bestimmt, beispielsweise nur jeden Dritten oder jeden Zehnten zu befragen, die den Umfang der Stichprobe zwar reduziert, ihre Repräsentativität aber nicht beeinflusst.